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10 Grundsätze für Gelegenheits-Kickerspieler Der kleine Tischkicker-Knigge [27.11.08]
Jeder kennt das: Man ist neu in einer Gruppe, versucht sich an einem neuem Hobby. Alle scheinen sich an verschiedene Grundsätze zu halten, die zwar jedem bekannt, aber nirgendwo angeschlagen sind. So lässt man als Newcomer kein Fettnäpfchen aus. Damit eure Füße auch beim ersten Kickerabend trocken bleiben, hat 11Freunde-Redakteur Thorsten Schaar für euch zehn goldene Tischkicker-Regeln recherchiert.
 1. Wenn du eine Kickerkneipe zum ersten Mal betrittst, lege nie sofort dein Münzgeld auf das Spielgerät! Halte dich zunächst im Hintergrund, sei stiller Beobachter und Bewunderer der aktiven Stammgäste – und erwarte nicht, dass sie eine ausgelassene Polonaise starten, wenn du den Ball beim Einwurf so andrehst, dass er stets bei deiner Mittelfeldreihe landet.
2. Kurbele nicht einfach nur aus Spaß! Wir sind hier weder beim Turmspringen, noch bei der Wok-WM. Der Ball sollte den Tisch unter keinen Umständen verlassen. Das Einzige, was durch die Kneipe flippern darf, bist du, wenn ihr „zu Null“ verloren habt. Dann heißt es nämlich zur Strafe: Unter dem Tisch her kriechen oder kühle Getränke für die Gegner holen.
|  3. Come as you are! Wer die lokale Tischkickergaststube im Trainingsanzug betritt, muss den Spott der anderen Kneipensportler ertragen. T-Shirts mit Slogans wie „Meine Stange ist 1,20 Meter lang“ oder „Kickerbier formte diesen Körper“ gelten ebenso als verpönt. Wer ein Trikot vom Lieblingsklub überstreift, macht hingegen nichts falsch.
4. Trage jederzeit Handschuhe – aber nicht in der Kickerkneipe! Es gibt durchaus erwähnenswerte Theorien, warum man beim Stangensport Handschuhe anziehen sollte. Doch geht irgendwer mit der Austernzange in die Pommesbude? Wer auf diesem Terrain mit Fäustlingen antritt, erhöht die Falltiefe aufs Höchstmaß. Standardspruch: „Du bist wohl gleich vom Golfplatz gekommen?“
|  5. Bringe keine eigenen Bälle mit! Noch einmal: Wir sind hier nicht beim Golf. Genauso wie du die Kneipenluft ohne Sauerstoffgerät zu ertragen hast, akzeptiere die jeweilige Grundausstattung. Das mag zwar ein Heimvorteil für deine Gegner sein, aber jedes Leben steckt doch irgendwie voller Auswärtsspiele.
6. Zicke nicht beim Bierholen! Wenn du dir ein neues Getränk holst, denke immer auch an die Spielkameraden. Sie sind mindestens ebenso durstig wie du.
7. Stelle dein Bier nicht auf dem Kicker ab! Der Tisch ist kein chinesisches Dorf und darf nicht geflutet werden. Der sicherste Ort für die Bierflasche ist der Kneipenboden, hinter dem Tischbein. Nur solltest du unbedingt darauf achten, dass du beim Bücken nicht fortwährend gegen die Stangen stößt.
| 8. Während eines Spiels gibt es keinen Grund, die anderen Mitspieler warten zu lassen! Wenn das Handtelefon klingelt, lass’ es läuten. Wenn die Blase zwickt, immer tapfer einhalten. Und wenn die Gegner den Leonhart-Aschenbecher ausgehängt haben, tut es halt auch der Kneipenboden.
9. Erwähne niemals solch exotische Sportarten wie Tipp-Kick oder Subbuteo in einem Atemzug mit Tischkicker! Tischkickerspieler sind doch keine Nerds. Genauso wenig ist „Fünf auf Drei“ ein schwer zu deutender Geheimcode, sondern eine geläufige Formel, zumindest fast überall im Saarland.
10. Komm’ wieder! Lass dir die Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen deiner Gegner geben und verabrede dich wieder mit ihnen. Zeige ihnen aber nicht, dass du hinter ihre Namen alle Stärken und Schwächen geschrieben hast, die dir beim ersten Kick auffielen.
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Autor: Thorsten Schaar Bilder: Tobias Neuhaus
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