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Bolzen-Stadt-Porträt, Teil 7: Münster »Plattfuß in Afrika« [01.09.06]
Münster eilt ein ganz hervorragender Ruf voraus. Die Westfalen-
Metropole ist Deutschlands Fahrrad-Hauptstadt, »Lebenswerteste Stadt
der Welt«, Studentenstadt (ein Drittel der 260.000 gemeldeten Einwohner
sind immatrikuliert), verfügt über 70 Kirchen und über 900 Kneipen und
Restaurants (und nicht etwa umgekehrt).
 Nur der Niedergang des Bundesliga-
Gründungsmitglieds Preußen, der in
diesem Sommer im vollkommen verdienten
Abstieg in die Oberliga den vorläufi
gen Tiefpunkt fand, will nicht so
recht in diese Erfolgsstory passen. Ein
Grund mehr für die stolzen Westfalen,
die Ehre der Stadt zumindest auf der
Bolzwiese hoch zu halten.
Quantitativ sind genug Plätze da: Das
Amt für Grünfl ächen zählt ungefähr 80
freie Spielfl ächen. Nur sind die meisten
davon in Außenbezirken oder einfach
nur kleine »Fußball-Käfige«. Die Massen
stürmen zur Sentruper Höhe oder zum
Horstmarer Landweg. Für welche Variante
man sich entscheidet, ist die Glaubensfrage
unter den Hobbykickern: Wer
das wilde Bolzen liebt, den wird es zur
Sentruper Höhe ziehen, wo nach Herzenslust
rund um die Uhr gekickt wird.
Am Horstmarer Landweg gibt es feste
Termine, zu denen die Plätze bespielbar
sind. Ein Übungsleiter vom Hochschulsport
bringt Bälle und Leibchen mit,
kontrolliert die Semestertickets (auch
Nicht-Studenten können sich diese besorgen)
und teilt Mannschaften ein.
Eine lockere Kick-Atmosphäre herrscht
dennoch.
|  Ein eher inoffizieller »Bolzplatz« ist
die gut gepflegte Wiese vor dem Münsteraner
Schloss. Hier werden vor allem
am Wochenende viele Südamerikaner
gesichtet, die sich, ganz »Old School«,
mit Pullovern Tore abstecken und auf
beachtlichem Niveau loskicken. Im Sommer
dribbeln auch auf anderen zahllosen
Wiesen Kickerbeine vorbei an Einmalgrills
und Picknickern. So direkt am
Dortmund-Ems-Kanal oder an der Promenade
im Zentrum der Stadt.
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Autor: Michael Lessenich Bilder: Carsten Behler
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