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Interview mit ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke Was tun, wenn's blitzt? [12.10.05]
Immer wieder werden Fußballer beim Kicken vom Blitz getroffen - häufig mit schlimmen Folgen. BOLZEN wollte vom TV-Meteorlogen Karsten Schwanke wissen, wie gefährlich das Kicken bei Gewitter ist und wie man sich davor schützen kann, zum »bolzenden Blitzableiter« zu werden.
 Bolzen: In Regensburg werden elf Fußballer bei einem Blitzeinschlag verletzt, in Gütersloh trifft der Blitz eine britische Soldatin beim Bolzen mit Kollegen. Wie sicher ist man bei einem Gewitter auf der Wiese?
Karsten Schwanke: Die Gefahr eines Blitzschlags wird definitiv unterschätzt. Wenn sich das Gewitter direkt über dem Platz befindet, ist man alles andere als sicher. Bei einem nahenden Gewitter empfehle ich allen Kickern, das Spiel kurz zu unterbrechen. Ein paar Minuten reichen, so ein Gewitter zieht ja relativ schnell vorbei.
Was genau macht diese Gefahr aus, gerade beim Kicken auf dem Bolzplatz?
Fußballer sind das perfekte Ziel für einen Blitz. Sie sind die höchsten Erhebungen auf einer weiten Fläche, also dem Spielfeld. Dazu kommt, dass es bei Gewittern wie verrückt regnet. Da Fußballer harte Kerle sind, spielen sie völlig durchnässt weiter. Dazu der feuchte Boden – sie werden so zu einem geradezu perfekten Einschlagsziel.
Wo sollte man Schutz suchen?
Am besten natürlich, man geht für ein paar Minuten in die Kabine. Aber die gibt es natürlich nicht an jedem Bolzplatz. Autos bieten auch einen sicheren Schutz.
Was taugt in diesem Zusammenhang eigentlich die Bauernregel: »Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen«?
Davon halte ich nichts. Fest steht: Unter einem einzelnen Baum, ist man nicht sicher, ganz im Gegenteil. In einem kleinen, homogenen Wäldchen hingegen kann man sich sehr gut unterstellen.
Noch mal zur Definition: Was genau sind Gewitter und wie entstehen sie?
Gewitter sind riesengroße, bis zu 12 Kilometer hohe Wolken. Wenn ein Gewitter am Tage aufzieht, ist es manchmal so dunkel, dass die Straßenlaternen angehen. In diesem fetten Wolkengeflecht herrschen starke Auf- und Abwinde, die Regen und Hagel durcheinander wirbeln. Das führt zu einer Ladungstrennung, einem
Spannungsunterschied. Wenn dieser dann zu groß wird, kommt es zu Blitzen als Ladungsausgleich.
Und wie weiß dann ein Freizeitkicker, dass er unbedingt für ein paar Minuten aufhören sollte?
Wenn Blitz und Donner unmittelbar aufeinander folgen, kann man sicher sein, dass das Gewitter in unmittelbarer Nähe ist. Mit der Zeitspanne, die zwischen Blitz und Donner vergeht, kann man in etwa die Entfernung berechnen, wie weit das Gewitter noch weg ist – drei Sekunden entsprechen einem Kilometer.
Karsten Schwanke (36 Jahre, Meteorologe und TV-Moderator) ist seit neun Jahren Wetterfrosch bei der ARD. Er fährt mit Begeisterung Ski (Deutscher Ski-Journalisten-Meister 2002) und bedauert, dass seine zweite sportliche Leidenschaft, das Fußballspielen mit Kollegen, momentan zu kurz kommt: »Früher habe ich mit Jörg Kachelmanns Meteomedia AG in der Schweiz regelmäßig in einer alten Turnhalle gekickt – drei gegen drei auf umgedrehte Hockeytore oder kleine Kästen.« | | | | | | | |
Autor: Marcel Amruschkewitz
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