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Vorsicht vor dem ersten Mal! »Immer Vaseline und Hirschtalg einpacken« [13.10.05]
Jungfernkick in den neuen Schuhen: Die Jungs sind neidisch, die neuen Treter federleicht. Doch ein ungeschriebenes Gesetz trübt die Premierenstimmung: Neue Schuhe machen Blasen, egal ob sie 20 oder 200 Euro kosten. Im schlimmsten bedeutet das: Eine Woche in Ökoschlappen zur Arbeit, bis die schlimmsten Wunden verheilt sind.
 Dr. Christian Roggenbuck, 47 Jahre, verrät woran das liegt. Der Facharzt für Orthopädie in Berlin hat früher selbst gerne die Bolzstiefel geschnürt, mittlerweile hat es sie gegen Laufschuhe eingetauscht. »Die Passform ist der Grund, warum Fußballer in neuen Schuhen so schnell Blasen bekommen. Einerseits wirken erhöhte Druckkräfte auf den Fuß, anderseits besteht aufgrund fehlender Anpassung die Gefahr von Reibung. Diese erzeugt Blasen, Flüssigkeitsansammlungen zwischen inneren und äußeren Hautschichten.«
Was aber tun gegen Blasen? Hilft am Ende nur, in die Stiefel zu urinieren, wie es Klausi in »Manta, Manta« demonstriert hat? »Sicherlich ist eine gute Lederpflege der richtige Ansatz. Doch hierfür gibt es wahrlich bessere Pflegeprodukte als Urin. Hinzu kommt, dass die meisten Sportschuhe heutzutage eh nicht mehr aus Leder bestehen. Die wichtigste Prophylaxe besteht im Einlaufen neuer Schuhe. Bloß nicht sofort im Wettkampf Vollgas geben! Auch hilft das Aufweichen der Hornhaut durch salicylhaltige Vaseline. Diese verhindert, dass Hornhaut auf das gesunde Gewebe darunter drückt, Reibung entsteht und sich zwischen Hornhaut und Gewebe Blasen bilden. Gegen Druckstellen am Fuß hilft auch Hirschtalg.«
Welche Rolle spielt das Material? Billigster Schuh, größte Blasengefahr? »Die Passform ist wichtiger als der Preis. Natürlich steigt bei schlechtem Material die Wahrscheinlichkeit, dass im Schuh ungewollte Freiräume entstehen. Auch ein wichtiger Punkt ist die Kontaktfläche von Boden und Schuh. Die Sohle muss zum Untergrund passen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man zu viel oder zu wenig rutscht. Letzteres ist schlimmer, denn dann bewegt sich der Fuß im Schuh und reibt an der Sohle. Das provoziert Blasen.« Und was spricht gegen Omas Stricksocken? »Falsche Socken können trotz perfekter Schuhe Blasen bewirken oder Nagelunterblutungen provozieren. Die richtigen Socken sollten faltenfrei und sauber sein, eine gute Passform haben und keine Löcher aufweisen. Auch zu dicke Socken sind nicht empfehlenswert, in denen rutscht man im Schuh.«
Wenn es dann zu spät ist, wie behandelt man Blasen richtig und effektiv? »Ich tendiere dazu, eine unverletzte Blase ungeöffnet abheilen zu lassen, die Haut ist ein perfekter Bakterienschutzwall. In diesem Fall sollte man die Blase vor Druck schützen. Andere empfehlen, die Blasen sofort zu öffnen. Wenn dies jedoch nicht unter keimfreien Bedingungen geschieht, besteht Infektionsgefahr. Wenn die Blase offen ist, muss sie mit sterilen Wundauflagen (Verband oder Pflaster) versorgt werden. Achtung: Unbedingt den Tetanusimpfstatus überprüfen!« | | | | | | | |
Autor: Marcel Amruschkewitz Bilder: Marcel Amruschkewitz
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