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TRICKKISTE

The Drugs don’t work
Bolzen Wissen: Doping im Freizeitfußball [07.04.06]

Bei den meisten Wiesen-Maradonas ist es nicht weit her mit der Fitness. Wir haben bei Prof. Dr. Wilhelm Schänzer, Dopinganalytiker und Leiter der IOC-akkreditierten Dopinglabors an der Deutschen Sporthochschule Köln, nachgefragt, was Haarwuchsmittel mit Doping zu tun hat und wovon man bei allem Ehrgeiz besser die Finger lassen sollte.

The Drugs don’t workIn den letzten Monaten wurden mehrere Profifußballer nach der Anwendung des Haarwuchsmittels Propecia wegen Dopings gesperrt. Was steckt dahinter?
Man könnte meinen, dieses Mittel sei in letzter Zeit zu einer Art Lifestyle-Droge geworden. Propecia wird bei androgynem, also hormonell bedingtem Haarausfall verschrieben und beinhaltet den Wirkstoff Finasterid. Dieser greift in den Hormonstoffwechsel ein und verlängert die Lebenszeit männlicher Haare. Gleichzeitig jedoch kann ein Sportler mit Finasterid die Einnahme von verbotenen Substanzen verschleiern. Deshalb steht der Wirkstoff seit Anfang 2005 auf der Dopingliste.
Welche Dopingmethoden sind denn im Fußballsport am häufigsten vertreten?
Im Profifußball geht ein Spiel über neunzig Minuten. Da kämpft man schon mit erheblichen Ermüdungserscheinungen. Stimulanzien wie Ephedrin oder Amphetamin und verschiedene Medikamente können dazu beitragen, dass der Fußballer über seine Leistungsgrenze hinaus geht und der Erschöpfung trotzt. Ein anderer Bereich sind Steroide wie Nandrolon. Sie bewirken eine Zunahme der Muskelmasse bei gleichzeitiger Abnahme von Körperfett.
Wie sinnvoll sind solche Mittel für Freizeitkicker?
Im Freizeitbereich wird vor allem unter Bodybuildern mit Stimulanzien und Anabolika gedopt. Aber warum nicht auch beim Fußball? Wer will schon gerne hinterherlaufen? Schnell ein paar aufputschende Tabletten einnehmen und schon steigt die Leistung. Doch vor allem bei schlecht trainierten Freizeitspielern liegt hier das Problem. Sie erkennen ihre natürliche und niedrige Leistungsgrenze nicht und gehen an ihre letzten Schutzreserven. Diese Überbelastung kann gefährliche, gesundheitsschädigende Folgen haben. Welche Doping-Alternativen gibt es? Das »Wundermittel« Kreatin?
Kreatin als Nahrungsergänzung wird im Kurzzeitbelastungsbereich verwendet, um gezielt Muskeln aufzubauen. In Fisch und Fleisch ist aber eigentlich genug davon enthalten. Ich persönlich glaube nicht, dass ein Freizeitkicker sich auf irgendeine Weise dopen sollte. Eine ausgewogene Ernährung, mit ausreichend Flüssigkeit, ist in diesem Bereich das sinnvollste.



Was taugen legale Leistungssteigerer?
Kaffee: Koffein in Maßen bringt den Körper in Gang.
Blütenpollen: Die haben höchstens einen Placebo-Effekt. Aber wer dran glaubt...
Taurin: In Energy-Drinks macht nur das Koffein munter, Taurin bringt nichts.
Backpulver: Natirumhydrogencarbonat wurde früher in großen Mengen im Pferderennsport eingesetzt, bei Menschen bewirkt das höchstens Durchfall.
Isotonische Getränke: Können bei längerer Belastung helfen. Für Freizeitkicker gibt es aber günstigere Alternativen wie Saftmischgetränke.
Zigaretten: Rauchen beeinträchtigt zwar die Ausdauer, Nikotin kann aber durchaus entspannend wirken.

Autor: Siegfried Detzsche


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