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Kann ein Schuss unter die Gürtellinie zu Impotenz führen? BOLZEN-Sprechstunde bei Bernd Restle, Teil 3 [07.04.06]
Bei den »4 Plus Eins«-Qualifikationsturnieren im Januar in Essen, Erlangen, Cuxhaven und Berlin wollten wir von euch wissen, was ihr einen Sportmediziner schon immer fragen wolltet. Die dringendsten Fragen haben wir wieder an den Düsseldorfer Physiotherapeuten Bernd Restle weitergereicht.
 Ist es verwerflich, vorm Sport in die Sauna zu gehen? (Benjamin, 23, Fußball-Akademie)
Das kommt auf den Zeitpunkt an. Grundsätzlich sagt man, dass man in den 48 Stunden vor einem Spiel nicht mehr in die Sauna gehen sollte. Die Saunagänge erhöhen den Stoffwechsel enorm und entziehen dem Körper alle wichtigen Stoffe, die er so kurzfristig nicht mehr zurückkriegt. Andererseits hat sich Eric Cantona zum Beispiel morgens um acht gerne fünf Minuten in eine heiße Wanne gelegt. Ganz kurz macht solche Wärme im Winter unter Umständen Sinn.
Kann ein Schuss unter die Gürtellinie zu Impotenz führen? (Albrecht, 22, Ein Kind aus Favoriten)
Nein, Gott sei Dank nicht. Toni Schumacher hat sich früher mit Absicht in den Unterleib schießen lassen, um die Angst zu verlieren und einem Stürmer mit gespreizten Beinen entgegen springen zu können. Das muss man ja nicht freiwillig machen. Aber es muss schon etwas Außergewöhnliches passieren, zum Beispiel ein Hoden platzen. Das ist sehr schmerzhaft, führt aber dank der Behandlungsmöglichkeiten, die es heute gibt, auch nicht zu Impotenz.
Hilft Fußball gegen Rückenschmerzen? (Torben, 21, TSV Wachtel)
Wenn man das Gefühl hat, der Rücken sei verspannt oder verhärtet, weil man etwa lange im Büro gesessen hat, dann ist Fußball sogar besser als Joggen. Beim Fußball ist der Muskel maximal angespannt, so dass er nachher auch maximal entspannt wird und man sich besser fühlt. Wenn die Schmerzen aber ins Bein ausstrahlen, dann müssen wir erst therapeutisch die Voraussetzungen fürs Fußball spielen schaffen.
| Seit wann gibt es im Fußball Abduktoren? (Diego, 23, Anorak Midfield Desaster)
Wo sind die Adduktoren? (Moritz, 30, Verbotene Liebe)
Adduktoren sind Muskeln auf der Innenseite des Oberschenkels, Abduktoren liegen außen. Die gab es immer schon, sie tauchen nur in den letzten Jahren verstärkt in Medienberichten auf, vermutlich weil Beschwerden im Leistenbereich häufiger werden. Das hat viele Faktoren: wechselnde Bodenverhältnisse,
unterschiedlicher Trainingsstand, Überlastungen.
Es bleibt nicht aus, dass es zu Ermüdungen kommt oder ein Spieler wegrutscht. Dadurch entstehen Mikroreizempfindungen, die sich über Wochen aufbauen. Zunächst merkt ein Spieler das beim Aufstehen. Das Gefühl setzt sich fort, bis es
zu einer Leistenreizung kommt. Normalerweise hat der Leistenkanal beim Mann einen Durchmesser von einem Zentimeter. Ich habe aber schon Fälle von Überreizung erlebt, da hatte sich der Kanal bis auf drei Zentimeter ausgedehnt. Und dann nimmt der Mensch automatisch eine Schonhaltung ein, die dazu führt, dass auch die Abduktoren und Adduktoren
in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Problem beheben Mediziner, indem sie entweder das Bindegewebe mit einer Naht oder einem Netz stabilisieren oder aber den konservativen Weg einschlagen. Dabei wird die Muskulatur in der Tiefe gekräftigt. Das dauert länger, erspart aber die OP.
Schickt uns eure Fragen für die nächste Sprechstunde an:
info@bolzen-online.de
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Autor: Charlos Förster
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