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BOLZEN-Sprechstunde bei Bernd Restle, Teil 4 Wann läuft meine biologische Fußballuhr ab? [16.05.06]
Beim Kick auf der buckligen Frühlingswiese bleibt schon mal der eine
oder andere Freizeitsportler auf der Strecke. Weil dann aber sicher
wieder kein ausgewiesener Medizinmann bereit steht, beantwortet der
Düsseldorfer Physiotherapeut Bernd Restle hier schon mal vorab die
dringendsten Fragen.
 Hilft Eisspray bei Bänderverletzungen? (Marcel, 27 Jahre,
Wohnebene 21)
Als Erstversorgung ja, wenn keine andere Möglichkeit besteht.
Richtig angewendet ist es besser als nichts. Es ist komisch,
aber in der Wahrnehmung der Zuschauer behandeln
wir angeblich immer noch mit Eisspray. Dabei sind wir spätestens
Ende der 80er Jahre davon weggegangen, weil wir
festgestellt haben, dass die Haut des Spielers dadurch leidet
und die ideale Verfassung auf andere Weise gestört ist. Falsch
angewendet kann Eisspray sogar zu Hautverbrennungen führen
und die sind dann viel unangenehmer als die Bänderverletzung.
Deshalb sind wir längst zum Eiswasser übergegangen.
Wir kippen Eis in eine Kiste und füllen diese mit Wasser
auf. In der Kiste liegen auch Schwämme drin, die wir, wenn
wir auf den Platz rennen, für kühlende Maßnahmen einsetzen.
Unter Umständen fixieren wir die Schwämme an der verletzten
Stelle mit einem Verband. Was auch geht: Das Eiswasser
in den Stutzen fließen lassen. Stutzen und Socken saugen
sich dann voll und wirken wie eine Art Eisverband. Das kann
also jeder Freizeitfußballer gut nachmachen.
| Wann läuft meine biologische Fußballuhr ab? (Markus
Just, 32 Jahre, Verbotene Liebe)
Wenn der Spieler im Sarg liegt. Jeder, der Fußball spielt,
macht das so gerne, dass die Liebe ein Leben lang hält. Ich
kenne einige Spieler, die sind 74, 75, 76 und immer noch aktiv.
Natürlich überlaufen die keinen mehr, aber darauf kommt
es nicht an. Die stellen sich halt eher hinten rein, spielen kurze
Pässe und machen ein bisschen LaOla, wenn sie den Ball
bekommen. Fußball ist ein Lebensinhalt und damit auch Lebensqualität.
Das soll jeder so lange machen, wie er kann und
wie er Spaß daran hat.
| Welche Risiken gibt’s beim Flugkopfball? (Boris, 24 Jahre,
TSV Wachtel)
Viele. Das Risiko des Nasenbeinbruchs, das Risiko des Jochbeinbruchs
und das Risiko einer Stirnbeinfraktur. Ein Spieler
kann nie ausschließen, dass es beim Flugkopfball zum Zweikampf
kommt – mit dem Kopf oder Fuß des Gegenspielers.
Und dann kann er im Flug die Bewegung schlecht kontrollieren.
In 99 Prozent der Fälle geht das gut. Wenn es aber nicht
gut geht, ist die Verletzung direkt ordentlich.
| Was genau ist ein Eisbein? (Peter, 25 Jahre, M94,5 BRMSC
München)
Dasselbe wie der gute alte Pferdekuss: ein Knie seitlich in
den Oberschenkel. Dadurch platzen Gefäße und es entsteht
ein erheblicher Bluterguss. Im ersten Moment hat der Spieler
dann ein taubes Gefühl, daher wohl der Name Eisbein. Dagegen
helfen kühlende Maßnahmen, um den Bluterguss in Grenzen
zu halten.
| Fördert Freizeitfußball die Gesundheit? (Marcus Betz, 36
Jahre, Kurze Hose Holzgewehr)
Auf alle Fälle. Die Hormonfunktionen werden angekurbelt
und das ist durchweg positiv. Natürlich ist auch ein Profi
nach drei Trainingseinheiten bei 38 Grad platt. Aber im Allgemeinen
kann man sagen, dass dadurch bis Mitte 30 die Muskulatur
quasi automatisch auf einem guten Stand bleibt. Danach
muss man mehr tun, um den nötigen muskulären Schutz
aufzubauen. Zwei bis drei Mal pro Woche 45 Minuten laufen
zum Beispiel.
| Schickt uns eure Fragen für die nächste Sprechstunde an:
info@bolzen-online.de
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Autor: Charlos Förster
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