|
|
 |
|
Fußball-DVDs nachgestellt: Diagnose: Beckenschiefstand [01.09.06]
Peter zwickt es im Rücken. Nach 15 Jahren auf holprigen Wiesen
muss er in der letzten Zeit deutlich kürzer treten. Vor allem die untere
Lendenwirbelsäule macht ihm zu schaffen. Beim Kicken hat er zudem
Schmerzen im Oberschenkel, im Gesäß und in den Adduktoren. Sein letzter
Ausweg: Eine Behandlung bei einem fußballerischen Kompetenzteam,
bestehend aus Bayern-Doc Hans Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Chiropraktiker
Dr. Thomas von Mendelsohn und Oliver Schmidtlein, Fitness-Coach der
deutschen Nationalmannschaft.
 Die Geschichte basiert auf der aktuellen Doppel-DVD »Sportsprechstunde mit Dr. Müller-Wohlfahrt
und Oliver Schmidtlein« (Polyband Verlag).
1.
»Peter trainiert sehr viel, dementsprechend ist der
Muskeltonus sehr hoch«, sagt Doc Wohlfarth, als er
fachmännisch Hand an den Patienten legt. Blitzschnell
diagnostiziert er: »Das Becken ist nicht gleich, es hängt
rechts um eine Fingerbreite.« Beckenschiefstand. Au weia!
2.
Ein kleiner Test bestätigt die Diagnose: »Das rechte
Knie ganz zur Brust hochnehmen…er weicht aus«, sagt
der Doc betroffen. Und erklärt: »Peter zieht die ganze rechte
Beckenhälfte mit hoch. Das kann keine Lösung sein!« Eine
Beckenschiefstand bedingte Schonhaltung: Die Muskeln arbeiten
nicht gleichmäßig.
|  3.
Doc Wohlfahrt prüft, welche Bereiche betroffen
sind. Er greift Peter an den Oberschenkel, der verzieht
das Gesicht. »Daaasss ist jetzt unangenehm, oder?«
Peter nickt gequält. »Das ist der Adduktor longus, ein
ganz wichtiger Muskel. […] Der hat einen deutlich zu hohen
Muskeltonus, ist auch gefährdet, was Muskelverletzungen
angeht.«
Die Diagnose:
Peter hat nicht nur ein schiefes Becken. Doc
Wohlfahrt entdeckt eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose)
und ein leichtes Hohlkreuz (Hyperlordose). Zudem ist
seine Oberschenkelmuskulatur stark verkürzt, was das Becken
in einer falschen Position fi xiert. Erhebliche muskuläre
Dysbalancen sind die Folge. Und noch viel schlimmer: Eine
Minderung seiner fußballerischen Schaffenskraft.
Doc Wohlfahrts Behandlung:
Zuerst gilt es durch Interpunktion
Spannung aus den Muskeln zu nehmen, um dann
die fehl gestellten Gelenke zu mobilisieren. In diesem Fall
empfi ehlt der Doc einen Besuch bei Chiropraktiker Dr. Thomas
von Mendelsohn. Der richtet Knochen und Gelenke wie
kein Zweiter. Sporttherapeut Oliver Schmidtlein ist bei USFitness-
Guru Mark Versteggen in die Lehre gegangen und soll
dafür sorgen, dass Peters Rumpfmuskulatur gekräftigt wird
und so das Becken in der richtigen Position hält. |  4.
«Er ist eingeschränkt in seiner Beweglichkeit, und es
(das Becken) steht ein bisschen schief. Noch!« Dr. Mendelsohn
ist kein Mann vieler Worte. Er begibt sich hinter den
Patienten, der sich verängstigt auf der Liege krümmt. »Vielleicht
hören wir es knacken, vielleicht nicht, egal…einatmen
jetzt«, befi ehlt Dr. Mendelsohn, »und ausatmen.« Der Chiropraktiker
wuchtet sich auf Peters Unterleib. Ein Knall: »Jawoll
«, der Chiropraktiker atmet angestrengt.
|  5.
Doc Mendelsohn hat Peter ziemlich hart angefasst, dafür
ist nun sein Becken in der richtigen Position. Fitmacher
Oliver Schmidtlein will dafür sorgen, dass es auch dort
bleibt. Hier eine Auswahl seiner Übungen. Zur Kräftigung der
Rumpfmuskulatur bittet Schmidtlein seinen Schützling in
den Seitstütz. »Die Beine lang, der Ellenbogen ist genau unter
dem Schultergelenk. Und jetzt das obere Bein einen Fuß breit
abheben.« Und 15 Sekunden halten.
|  6.
Übung 2: Jetzt prüft Coach Schmidtlein Peters Gleichgewicht.
»Die Hände stützen auf den Ball und versuch,
auch die Knie auf den Ball zu bringen. Das kann ohne weiteres
mehrere Versuche in Anspruch nehmen.« Jetzt die Balance
halten. »Das ist ein ideales Zusammenspiel zwischen Oberkörper,
Rumpf- und Beinmuskulatur.« 15 bis 30 Sekunden halten.
|  7.
Übung 3: Jetzt ist das Gesäß dran. Auch werden der
untere Rücken und die Oberschenkel gekräftigt. Peter
liegt fl ach auf der Matte. Ein Bein liegt auf dem Petzi-Ball, das
andere ist Richtung Brustkorb angewinkelt. »Jetzt das Becken
anheben, wieder absinken lassen bis kurz vor die Matte und
wieder abheben. Das Ganze wiederholen wir acht Mal.« Coach
Schmidtlein kontrolliert, dass Peter das Becken nicht zwischendurch
ablegt.
|  8. Übung 4: Die letzte Übung: Liegestützen auf dem Gymnastikball!
»Der Rumpf bleibt ganz fest. Acht Mal mit
dem Brustkorb fast bis zum Ball und dann wieder abstoßen.«
Peter muss die Bewegungen des Balls ausgleichen und stabilisieren.
»Das fordert eine maximale Aktion der Rumpfmuskulatur,
[…] der Brustmuskulatur und der Armstrecker«, weiß
Schmidtlein.
|  9.
Therapie erfolgreich - Patient geheilt:
Peter kann es nicht fassen und springt herum wie ein
junges Reh. Überschwänglich bedankt er sich bei Doc Wohlfahrt
und seinem Kompetenzteam. Jetzt kann er wieder unbeschwert
auf Torjagd gehen. Doch der Doc mahnt: »Immer
kräftig weitertrainieren, sonst beginnt das Spielchen von
vorn!« |
Autor: Siegfried Detzsche Bilder: Christof Wolff
Als Mail versenden.
|
 |
|
|