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TRICKKISTE

Sprechstunde bei Dr. Paul Klein
Die Welt ist eine Kniescheibe [14.04.07]

Wir haben bei der »4 Plus Eins«- Hallenmeisterschaft wieder mal eure dringendsten Fragen eingesammelt. Im Mittelpunkt stand diesmal das Knie. Unser Experte Dr. Paul Klein ist Facharzt für Orthopädie in der »Mediapark Klinik« in Köln. Gemeinsam mit Dr. Peter Schäferhoff arbeitet er als Mannschaftsarzt für den 1. FC Köln.
Sprechstunde bei Dr. Paul Klein
Was tun, wenn die Kniescheibe auf dem Platz raus springt? Kann man ordentlich weiterspielen, wenn die Kniescheibe wieder »drin« ist? Wenn sie einmal draußen war, gibt es eine Chance, dass sich das Ganze regeneriert oder wird man immer Probleme damit haben?
(Florian, 24, München; Bastian, 27, Nürnberg; Daniel 19, Leipzig)

Wenn die Kniescheibe auf dem Platz raus springt, sollte einer der Mitspieler oder ein Betreuer so schnell wie möglich versuchen, sie wieder rein zu kriegen. Ein bisschen anheben, ein kurzer Drücker, dann rutscht sie von selbst in die Gleitrinne. Je länger sie draußen ist, desto höher ist die Gefahr, dass der Knorpel hinter der Kniescheibe Schaden nimmt.
Sofort auf den Platz zurückkehren sollte man allerdings nicht, die meisten können es auch gar nicht. Das Knie wird relativ schnell dick, weil es einblutet. Hier ist die Gefahr vor allem, dass die Gelenkkapsel kaputt geht, und wenn sie kaputt geht, droht Arthrose. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Problem wiederholt, ist leider recht hoch.
Meist haben die Betroffenen einen laxen Bandapparat, so dass die Kniescheibe auch ohne Foul oder Unfall schneller raus springt, weil die Gleitrinne nicht mehr hundertprozentig intakt ist.
Sollte man mit Knorpelverschleiß in den Knien weiter kicken oder besser die Fußballschuhe an den Nagel hängen?
(Jan, 19, Kleve)

Das kommt darauf an, wie verschlissen sie sind. Wir unterscheiden da vier Grade: Eins bedeutet leicht, bei vier liegt der Knochen blank. Als Spieler würde ich es beschwerdeabhängig machen. Wenn das Knie immer da dick wird, wo der Schaden ist, würde ich auf eine Sportart umsteigen, die nicht mit ständigem »Stop and Go« einhergeht, sonst droht Arthrose.
Alles mit geführten Bewegungen, bei dem der Sportler das Bein unter Kontrolle hat, ist hingegen gut: Schwimmen, Radfahren, Fitness mit Geräten, auch Skaten ist nicht schlecht.

Was tun, wenn die Kniescheibe gebrochen ist?
(Lars, 30, Berlin)

Das hängt davon ab, wie die Kniescheibe gebrochen ist. Bei einem Trümmerbruch kann man schnell eine Arthrose bekommen, da muss auf jeden Fall operiert werden - möglicherweise ist sogar die Karriere in Gefahr.
Wenn die Kniescheibe »nur« in zwei Teile gebrochen ist, muss man der Regel ebenfalls unters Messer, aber nicht immer. Auf jeden Fall sollte der Sportler die Verletzung gut sechs Wochen ausheilen lassen und sich anschließend einer ordentlichen Reha unterziehen.
Nach sechs Monaten besteht eine gute Chance, dass man wieder spielen kann. Das hängt vom Knorpel ab.
Welche Verletzung sollte man kühlen und welche mit Wärme behandeln?
(Martin, 22, Bremen)

Generell gilt: Jede akute Verletzung kühlen, unabhängig davon, ob es sich um einen Muskel oder ein Gelenk handelt. Wir nennen das P.E.C.H.P für Pause, E für Eis, C für Compression und H für Hochlegen.
Egal, was sich ein Fußballer zuzieht, er sollte es auf keinen Fall mit Wärme behandeln. Kälte verengt die Gefäße und stoppt Blutungen schneller, so dass ein Spieler schneller wieder fi t ist. Wärme weitet die Gefäße, das heißt, wenn sie ohnehin schon verletzt sind, blutet sich das richtig ein oder es gibt einen Bluterguss. Wärme macht erst Sinn, wenn die akute Phase der Verletzung hinter einem liegt und der Betroffene in die chronische Phase übergeht.
Da hilft Wärme zum Beispiel, um die Muskeln wieder weicher zu machen.

Was macht man gegen Schmerzen, die von der Lendenwirbelsäule ausgehen?
(Paul, 23, Berlin)

Des Sportlers liebstes Kind ist ja die Voltaren-Tablette. Die hilft auf jeden Fall, um die akuten Schmerzen loszuwerden. Irgendwann muss man sich aber auch mal mit der Ursache beschäftigen.
Wärme tut dem Rücken dabei oft gut. Und es ist zudem empfehlenswert, einen Physiotherapeuten aufsuchen. Aber erst, nachdem ein Arzt sichergestellt hat, dass keine Defekte an der Bandscheibe oder am Knochen vorliegen.

Wer selbst sportmedizinischen Gesprächsbedarf hat, schickt seine Fachfrage einfach an: info@bolzen-online.de

Autor: Charlos Förster


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