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This is Melt!: Stahlkabel zwischen Rübenacker Wieder auf Tour: Der Bolzen-Festival-Cup [19.07.07]
 Petrus hatte es eindeutig zu gut gemeint mit dem Melt-Festival, wo sich Indie und Electro das Mikro in die Hand geben und wo gerne bis zum Sonnenaufgang auf der Halbinsel „Ferropolis“ gefeiert wird. Vor den Toren des Festivalgeländes mit seinen überdimensionalen Schaufelradbaggern hatte sich die Bolzen-Crew mit den Partnern von Terratec strategisch am Nadelöhr zwischen Campingplatz und Badestrand postiert und damit jenseits der großen Feiermeile Melt ein formidables Stimmungsnest mit exklusivem DJ-Sound, Tischkicker-Action und Fußballerei geschaffen. Bereits am Freitag wurde zum Freestyle-Bolz am Badestrand mit leichter Hanglage geladen und mit heißer Nadel das Anmeldeverfahren für die Melt-Meisterschaft gestrickt, die nach 2005 zum zweiten Mal stattfand. Der K.O.-Spielplan mit 16 Mannschaften war dann bis zum späten Freitag Abend auch vollständig ausgefüllt, ehe nach einer finalen Partie Tischkicker am Profitisch von Fireball bei Sonnenuntergang das Festival auf Beats und Bier getestet wurde. |  Als die Bolzen-Crew tags darauf verdutzt aus ihren Zelten gekrochen kam, war die Bolzwiese vom Vortag bereits komplett in fremder Hand. Badenixen wie Alkoholleichen hatten es sich zu Hunderten längst auf der Stoppelwiese bequem gemacht - und durften auch auf dem „Bolzless Floor“ bleiben. Stattdessen wurde in Steinwurfnähe ein Grünstreifen erspäht, der der Philosophie von Bolzen durchaus gerecht wurde: Eine Stoppelwiese mit undefinierbarem Distelbewuchs, der für einen zerkratzten Spann sorgte, und an den Seitenlinien umrandet von halsbrecherischen Bodenvertiefungen. Als während einer Partie dann auch noch ein Stahlkabel entdeckt wurde, dass gefährlich aus der Grasnarbe spitzte, war die Verwirrung komplett und die Bolzen-Crew rechnete bereits die zu zahlende Alimente für die nächsten 45 Jahre aus. Außerdem waren es nach hitzebedingter Selbstauslese letztlich nur noch zehn Mannschaften, die um den Titel des Melt-Meisters eiferten. Nachdem die „Zornigen Zocker“ und das Team „Pinkelpause“ relativ klar ihren Gegnern unterlagen, mussten die folgenden Partien im Bolzmeterschießen entschieden werden, wo von der eigenen Torauslinie das leere gegnerische Tor getroffen werden musste. Keine einfache Sache, das. |  Das mussten auch die gefällig kombinierenden Teams „Agavensaft“ und „Never Mind The Ballacks“ feststellen, die beide trotz weiblicher Führungsspieler ausschieden. Nach einem nüchtern wohl nicht nachzuvollziehenden Winkelzug des Veranstalters bestritten letztendlich drei Teams das Finale, wobei für das dezimierte Team „Französisch“ nach zwei Niederlagen nur der dritte Platz blieb. Den Titel des Melt-Meisters machten die ungeschlagenen „Blick nach vorne“ und „Juventus Urin“ unter sich aus. In einem rassig geführten Finale drückten Erstgenannte das Leder kurz vor Ende der acht Spielminuten über die Linie und offenbarten bei der anschließenden Siegerehrung, dass sie auch schon vor zwei Jahren die Sieger gewesen waren. Achso. Jedenfalls gab es für die Mannschaften auf dem Podest neben einem brandneuen Trainingsleder und 11Freunde-Quartetten auch eine mehr als exklusive Trophäe: Pro Team eine original Kickerstange, bei der die Anzahl der Kickfiguren die Platzierung repräsentierte. Und die ganzen spitzenmäßgen Bands des zweiten Festivaltages warteten ja auch noch. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. | | | | | |
Autor: Christoph Dorner Bilder: Christoph Dorner
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