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BOLZEN-TURNIERE

Wenn Spielertrauben in den Himmel wachsen…
Der Bolzen-Festival-Cup rockt beim Obstwiesenfestival [26.07.07]


Wenn Spielertrauben in den Himmel wachsen…Hättet ihr es gewusst? Der SVV Ulm ist der einzige deutsche Fußball-Verein, der den direkten Durchmarsch von der Regionalliga ins Fußball-Oberhaus geschafft hat und sich nur zwei Spielzeiten plus einen Lizenzentzug später sogar in der Oberliga wieder fand. Als würde man die Videokassette mit den Erfolgen der „Spatzen“ vor- und dann wieder zurückspulen. Jedenfalls führte die Bolzen-Festival-Tour am vergangenen Wochenende nach Ulm, genauer gesagt ins benachbarte Dornstadt, wo die ansässigen Sportfreunde jährlich um den Verbleib in der Kreisliga grätschen. Was das mit dem Festival-Cup zu tun hat? Ganz einfach: Dem Kreidewagen der Sportfreunde verdankte das Turnier beim Obstwiesenfestival einen professionellen Touch, zumal die Veranstalter als Austragungsort ein sauber gemähtes Wiesenstück direkt hinter der Hauptbühne des beliebten „Umsonst & Draußen“-Festivals ausgewählt hatten.
Am ersten Festivaltag konnten sich die Teams am Festivalguide-Stand anmelden, wenn sie sich denn einen Teamnamen ausgedacht hatten und sich noch an ihre Heimatstadt erinnern konnten. So hatten sich bereits am Freitag 14 Mannschaften zusammen gefunden, zwei Nachzügler wurden schon bei der Anmeldung spielerisch leicht gefunden. Wohl auch, weil fast 200 nicht mitkickende Zuschauer das etwas betrunken gestreute Spielfeld bei Kaiserwetter säumten und schon vor der ersten Partie eine LaOla-Welle angestimmt werden konnte.
Die Achtelfinals hatten dann zunächst auch etwas von einem Animationsprogramm auf dem Ballermann, sorgten aber dennoch für kollektive Erheiterung. So sorgte das Team „Eeesy“ vom Bodensee nach dem Ehrentreffer zum 1:4 für den wohl größten Jubler in der Geschichte von Bolzen. Nachdem sich bereits die gesamte zehnköpfige Mannschaft auf den Torschützen geworfen hatte, gesellten sich spontan noch einmal 20 Fans aus dem Publikum dazu und errichteten eine fast zwei Meter hohe (!) Spielertraube. Jetzt schon ein Kultvideo bei Youtube - hätten wir es denn gefilmt.
Wenn Spielertrauben in den Himmel wachsen…Ebenfalls stehende Ovationen und ein Kartenspiel von 11Freunde gab es für den leicht orientierungslosen Libero von K-Storm, dem in acht Minuten Spielzeit gleich zwei Eigentore unterliefen. Insgesamt bewahrheitete sich jedenfalls, dass Sport und Bierkonsum ab gewissen Mengen als kontraproduktiv anzusehen sind. So garantierten die Ballermann-Teams mit waghalsigen Aktionen, gegenseitigem Über-den-Haufen-rennen und dem Wegtragen des eigenen Tores zwar den größten Spaß auf dem Spielfeld, spätestens im Viertelfinale waren die Vollbier-Fußballer aber nach Luft lechzend ausgeschieden.
Doch es geht auch anders herum. Das Dorfteam „Bauwagen“ aus Dornstadt untergrub beinahe schon systematisch die kollektive Übereinkunft eines lässig-biergeschwängerten Turniers und zog sich subversiv eine Apfelschorle nach der anderen hinein. Auch die in der B-Jugend gelernten Streber-Rochaden sowie die Missinterpretation der Regel des letzten Mannes als Torwart sorgten für Unmut bei den in der Tat alternativ spielenden Festivalteams. Selbst dem sympathischen Team „Wilde Obstwiese“ aus Radolfzell, benannt nach einem Fruchtgetränk im Tetra-Pack, gelang es im Halbfinale trotz zweier Mittelstürmerinnen nicht, die „Bauwagen-Jungs“ zu stoppen. Sie unterlagen nach großem Kampf mit 0:2, wurden aber mit Kartenspielen und einem 11Freunde-Hörbuch gebührend entschädigt.
Wenn Spielertrauben in den Himmel wachsen…Im Finale wartete das Allgäuer „Team Sleep“, das sich ebenfalls mit zwei jungen Damen im Team äußerst souverän ins Finale durchgeboxt hatte. Die Sympathien waren also bereits vor dem Anstoß bereits klar verteilt.
Und, welch Wunder, plötzlich zeigte das Team „Bauwagen“ Nerven und konnte mehrere gute Einschussmöglichkeiten nicht verwerten, weil sich die Jungs und Mädchen aus Leutkirch beherzt in jeden Schuss warfen und kurz vor Schluss sogar den kollektiv umjubelten Siegtreffer erzielten. Zur Belohnung trägt das „Team Sleep“ nun 11Freunde-Taschen im Allgäu spazieren, die „Bauwagen-Jungs“ waren mit einem neuen Leder auch gut bedient, mit dem sie schon im nächsten Jahr wohl alles in Grund und Boden spielen werden.
Blieb unter dem Strich ein Turnier, dass dem Austragungsort Baden-Württemberg als aktuelle Heimat des Deutschen Meisters vollauf gerecht wurde.
Wenn Spielertrauben in den Himmel wachsen…Ob das die Mannen von der Waterkant noch toppen können? Am nächsten Wochenende findet der Bolzen-Festival-Cup nämlich beim „Omas Teich“ in Großefehn/Ostfriesland statt. Das selbst ernannte „Eldorado jedes Musik- und Festivalfans“ verspricht erstklassige Beschallung und zwei traumhafte Tage in der norddeutschen Tiefebene.
Mit am Start sind u.a. Tomte, Madsen und Tribute to Nothing. Und natürlich könnt ihr auch wieder das Leder streicheln.
Hier alle Infos zum Bolzen-Festival-Cup bei „Omas Teich“:

Freitag: Bolzwiese inklusive Ballausleihe, Elfmeterkrimis und Tischkicker. Anmeldung für den Festival-Cup, sowie die Kontaktbörse „Balzen“ – für alle, die ohne die heimische Thekenriege anreisen.

Samstag: Beginn des Festival-Cups um 10 Uhr, Ende: ca. 15 Uhr. Ihr zockt auf einem Kleinfeld, 5 Spieler + Auswechselspieler. Spielzeit: 8 Minuten, Modus: K.O.-System.
Mehr Infos findet ihr unter: www.omasteich.de

Autor: Christoph Dorner
Bilder: Christoph Dorner


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