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Strandfußball mit Bänderriss Bolzen Festival-Cup beim Mamallapuram Festival [17.08.07]
 Eigentlich sollte der Bolzen-Festival-Cup auf dem Mamallapuram-Festival in Storkow auf dem Sportplatz des Fußballsportvereins Germania 90 e.V. stattfinden und damit einen besonders edlen Rahmen bekommen.
Letztlich sollte es aber anders kommen. Nicht, dass der Platzwart Angst vor einer Horder wilder Punkrocker gehabt hätte, nein, die Germania absolvierte nur just am Samstag-Vormittag ihr Abschlusstraining für die neue Saison in der Landesklasse Staffel Ost und wollte es offensichtlich nicht mit dem Festivalmob aufnehmen.
Das junge Organisatorenteam des Festivals hatte als Ersatz stattdessen einen echten Kandidaten für „Deutschland's schönsten Bolzplatz“ im Petto, der dem unangestrengten Rahmen der Festival-Turniere sogar noch besser zu Gesicht stand als ein geschorener Rasen nebst Vereinsheim. Gespielt wurde nämlich „am Strand“, was unter Einheimischen eine liebevolle Umschreibung für die Sand- und Rasenfläche direkt am Storkower See ist. Dort gehen am Samstagmorgen gewöhnlich eher Rentner ihrer Version von Aqua-Jogging nach, weshalb die Horde Bolzer am Strand zunächst mit Verwunderung wahrgenommen wurde. Doch der Reihe nach: Beim Mamallapuram Festival ist alles zwei bis drei Nummern kleiner als man es auf anderen Festivals gewohnt ist.
Die Bühne ist kleiner, die Soundanlage weniger fett, es gibt weniger Dixie-Toiletten und nur einen Bierstand. Folglich war auch der Bolzen Festival-Cup auf eine gesunde und unangestrengte Größe geschrumpft, obwohl die Organisatoren von Bolzen nichts unversucht ließen und sogar vor der letzten Band am Freitag-Abend eine mehr oder weniger souveräne Bühnenansage über das Turnier und Indie-Darling Roman Fischer vom Stapel ließen.
Am Festivalsamstag traf man sich bereits am frühen Morgen, sozusagen zum Frühsport, unausgeschlafen an besagtem Schmuckstück von einem Bolzplatz. Zackig wurden die Mannschaften zusammengewürfelt, wobei sich sogar noch einige Mädels und Fußball-No-Gos zum Spielen überreden ließen. Das juvenile „A-Team“ aus Storkow bekam gleich im ersten Spiel vom Online-Fanzine „Kabelblume“, die eigens für das Turnier T-Shirts erstellt hatten, ordentlich den Po versohlt, ehe die „Thekenschlampen“ aus Berlin mit 4:0 ebenso kurzen Prozess mit „TKKG reloaded“ machten.
|  Dabei wurde die eigentliche Spielfläche je nach Angriffsstrategie variabel erweitert, der Ball ruhte tatsächlich nur nach Treffern oder bei fehlendem Zielwasser im Storkower See. Dem spielerischen Niveau der vielen Erstbolzer entsprechend wurde in den Partien auch mehr gerumpelt als letztendlich der Ball gestreichelt. Allenfalls die Jungs von Kabelblume und die Kameracrew des Festivals, die bei den Thekenschlampen mitkickten, hätten bei der ortsansässigen Germania eventuell das Probetraining überstanden. Und doch hatten sich im Sinne dieses Charity-Festivals – beim Mamallapuram wurde für Hochwasseropfer in Indien gesammelt – alle lieb und wurden am Spielfeldrand schnell Freundschaften geknüpft. Begraben wurden diese nur kurz, als es zwischen Team Kabelblume und den Thekenschlampen im vorgezogenen Endspiel um die Wurst, respektive die Rucksäcke von 11Freunde ging. Nach acht Minuten, in denen sich beide Mannschaften nichts als jeweils einen Treffer geschenkt hatten, musste das Bolzmeterschießen entscheiden. Nach zig Fehlschüssen auf beiden Seiten – so langsam sollten dem Orga-Team neben dem Thrill-Faktor auch der tatsächliche Schwierigkeitsgrad dieses Shootouts bewusst sein – bowlten die Thekenjungs das Ding dann doch ins Netz und wurden nach einem weiteren Pflichtsieg souveräne Turniersieger. Dabei ereignete sich in der Schlussminute noch ein folgeschwerer Fauxpas. Der 20-jährige Clemens, eingefleischter Farin Urlaub-Fan und Torschützenkönig des Mamallapuram, knickte beim Kopfballduell so schwer um, dass er nach kurzer Siegerehrung direkt von den Organisatoren in die nächste Rettungsstelle nach Fürstenwalde gebracht werden musste. Die niederschmetternde Diagnose nach einer Partie Röntgenstrahlung: Bänderriss. Clemens nahm es sportlich und ward später mit Schiene und Siegerbier auf dem Festival wiedergesehen. Merke:
Mamallapuram – schöner Bolz, schönes Festival.
Hier geht's zur Nachlese des Festivals: www.intro.de/live/festivalnachlesen/23042956
Der Bolzen Festival-Cup bleibt im Osten: Am kommenden Wochenende wird auf dem Populario-Festival bei Hoyerswerda gekickt, die musikalische Umrahmung kommt von Mia., Element of Crime, Moneybrother und Mediengruppe Telekommander. | | | | | | |
Autor: Christoph Dorner Bilder: Christoph Dorner
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