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BOLZEN-TURNIERE

Drei Tag nass
Die Zubasas sind Melt! Meister [29.07.08]


Drei Tag nassWer sich in diesem Jahr auf dem Melt! Festival wieder auf strahlenden Sonnenschein à la 2007 eingestellt hatte, wurde leider enttäuscht. Denn graue Wolken und Regenschauer begrüßten den gemeinen Melt!-Gänger bereits am Freitag auf dem Gelände von Ferropolis, der Stadt aus Stahl. Doch wer die Bolzen-Crew und ihre Freunde von Terratec kennt, der weiß, dass unfreundliches Wetter kein Hindernis ist, um mal wieder ein entspanntes Potpourri aus Beats, Tischkicker-Action und gepflegtem Gebolze zu zaubern. Am mittlerweile traditionellen, und nach wie vor strategisch erstklassigen, Standort zwischen Campingplatz-Ausgang und Badestrand sorgten also ab Freitag die Terratec-DJ´s für die musikalische Untermalung, während zahlreiche Meltianer sich die Festivalfreizeit beim Tischkickern und Strandbolzen vertrieben. Das Starterfeld für die 3. Melt! Meisterschaft wuchs stündlich auf schlussendlich 11 Teams und alle blickten frohen Mutes Richtung Festivalbeginn. Doch die Harmonie wurde etwas unsanft unterbrochen, als der Künstler Goldie sein Kommen ankündigte, und das ihn begleitende Filmteam darum bat Musik und Trouble einzustellen. Dem Harmoniebedürfnis der kleinen Bolzen-Terratec-Familie sei Dank, wurde also mit gegebener Ruhe der Festivalabend eingestimmt, die Bühne des Trucks hochgeklappt und zusammen mit den gut gelaunten Besuchern Richtung bunt beleuchteter Braunkohlebagger gezogen. Immerhin warteten Indie- und Electroperlen wie GusGus, Miss Kittin und Robyn auf die tanzbereiten Festivalbesucher.

Drei Tag nassAls die Bolzen-Crew am nächsten Tag frühmorgens aus den Zelten krabbelte, lag allerdings bereits eine komische Vorahnung in der Luft. Doch nicht etwa der erste Regen, der am frühen Morgen Frühstück und Kleidung anfeuchtete, machte uns Sorgen, es war vielmehr die Vorahnung, dass dies ein Tag werden könnte, der viele Überraschungen bereit hält. Und so täuschte uns unsere festival-erprobte Spürnase nicht, denn von den ursprünglich 11 angemeldeten Melt!Meisterschafts Teilnehmern hatten sich stolze sieben eigenmächtig aus dem Teilnehmerfeld gestrichen. Ob sie Angst vor den angekündigten Dopingproben hatten, noch friedlich in ihren Zelten schlummerten oder einfach nur eine Kondition-Einheit auf dem Sleepless-Floor tanzten, bis heute ist dieser Umstand ungeklärt. Der Melt!Meister 2008 musste sich also aus den vier verbleibenden, aber dafür hoch-motivierten Mannschaften, ergeben. Doch es zeigte sich auch wieder einmal, dass ein kleines Bolzturnier eben auch ein sehr feines Turnier sein kann. Schnell waren die mobilen Tore von funtoplay am Badestrand platziert, das Feld fachmännisch mit Flatterband und Müllsäcken abgegrenzt und der Ball aufgepumpt. Es konnte also losgehen. Die Mannschaften entschlossen sich kurzerhand die Melt!-Meisterschaft, wie ihre Vorbilder von der Copacabana, barfuss zu bestreiten Auch wenn die erste Partie zwischen den Kreuzberg Uschis und dem Team Strong noch wenig an brasilianischen Zauberfussball erinnerte, zeigte sich schon in der zweiten Begegnung, dass der Titelgewinn in diesem Jahr nur über die Zubasas gehen konnte, die die bunt gemischte Mannschaft The Dirks mit 0:2 vom Platz schickten. Es entwickelte sich ein munteres Turnier, bei dem zwar alle Mannschaften mit viel Ehrgeiz gegeneinander antraten, aber dennoch niemand über das Ziel hinaus schoss. Schließlich war allen klar, dass es ein Leben nach der Melt!-Meisterschaft geben wird. Und das sollte am Abend noch durch Franz Ferdinand, Boys Noize, Róisín Murphy und viele andere für alle tanzbereiten Meltianer versüßt werden.

Drei Tag nassAuf dem Spielfeld entwickelten mit der Zeit erstaunliche Spielzüge und technische Kabinettstückchen und nur so ist es zu erklären, dass erstmalig an diesem Wochenende die Sonne auf die Stadt aus Stahl strahlte. Deshalb war es auch nur halb so schlimm, dass ein paar Bälle im angrenzenden See landeten, denn unser hauptamtlicher Bolzen-Festival-Fussballbeauftragter Christoph ist eben auch auf solche Fälle vorbereitet. Er muss damals geahnt haben, dass sich eine vierjährige Ballrettungschwimmer-Ausbildung irgendwann auszahlen wird. Am Ende der Melt!–Meisterschaft strahlten dann vor allem die Zubasas, die schlussendlich ohne Gegentor als verdienter Sieger und neuer Melt!-Meister ausgerufen wurden. Bei der anschließenden Siegerehrung wurden nicht gegenseitig Geschenke und Komplimente verteilt sondern großspurig Titelverteidigungen angekündigt. Kurz nach Turnierende setzte dann auch der Regen wieder ein. Wahrscheinlich sollte im nächsten Jahr drei Tage gebolzt werden, nur so scheint die Sonne garantiert zu sein.

Über diese und andere Änderungen diskutierte die Bolzen-Crew dann im Laufe des Abends, der Nacht und des anschließenden morgens angeregt und konstruktiv. So ist das manchmal mit komischen Vorahnungen…

Mehr Bilder vom Melt! finden sich hier

Autor: BenjaminKuhlhoff
Bilder: Christoph Dorner


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